Brief an den Friedensbeauftragten der EKD
Bischof J. Friedrich Kramer
Landeskirchenamt Hamburg 8.Januar 2026
Sehr geehrter Bischof Kramer
Seit mehr als 30 Jahren stehen wir als „Frauen in Schwarz“ in der Hamburger Innenstadt, um mit unseren monatlichen Mahnwachen für Frieden und gegen Gewalt jeglicher Art, gegen Atomwaffen und für die Rechte von Frauen weltweit einzutreten.
Immer haben wir uns unterstützt gewusst von den Kirchen mit ihrem christlichen und jesuanischen Anliegen, einzutreten für lebensermutigende und Leben fördernde Gewaltfreiheit.
Nach der Veröffentlichung der neuen EKD-Studie „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“, stehen wir nun wie unbehaust da, weil darin das urchristliche Motiv der Gewaltfreiheit nur noch als Ideal am Rande erwähnt und individualisiert wird, jedoch für die „Unordnung der Welt“ als nicht mehr tauglich angesehen wird. Selbst der Einsatz von Atomwaffen wird zu unserem Entsetzen als Möglichkeit vertreten.
Wir möchten Ihnen danken und Sie herzlich ermutigen, weiterhin für friedliche und friedensorientierte gewaltfreie Initiativen einzutreten und so der staatsorientierten „Unordnung in der Kirche“ entgegenzutreten.
Frei nach den Worten der Jahreslosung 2026 („Siehe, ich mache alles neu“) hoffen wir auf eine neue, eine andere Friedens-Denkschrift, die eine Orientierung und ein Gegenpol zu staatlicher 'Kriegstüchtigkeit' gibt für die vielen Menschen in Deutschland, die die zunehmende Militarisierung in so vielen gesellschaftlichen Bereichen nicht gutheißen und auch nicht wollen, sondern die - wie auch wir - andere und friedliche Wege zur Verhinderung von Krieg suchen.
Mit einem herzlichen Friedensgruß und im Namen der Frauen in Schwarz in Hamburg