Ein Manifest aus dem Iran: Nein zum Krieg
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Wir veröffentlichen einen bedeutenden Appell von 353 iranischen Aktivist:innen und Akademiker:innen, die im Iran leben. Sie haben ein Manifest mit einem einfachen und unmissverständlichen Titel veröffentlicht: „Nein zum Krieg.“
Es ist wichtig, der kriegstreiberischen iranischen Diaspora und ihren westlichen Unterstützer:innen zu zeigen, welche tatsächlichen Forderungen diejenigen erheben, die im Land leben. Es stimmt nicht, dass die im Iran ansässigen Iraner:innen – also jene, die Trumps erste Ziele wären – einen Krieg wollen. Jene innerhalb und außerhalb der akademischen Welt, die Trump dafür gedankt haben, dass er das iranische Volk „befreien“ will, sollten wissen, dass er niemanden repräsentiert. Man kann nicht bequem von seinem Zuhause im Westen aus das Leben von Millionen unschuldiger Menschen aufs Spiel setzen.
Dieses Manifest verurteilt politische Repression, das Massaker an Demonstrierenden sowie jede ausländische Invasion, da all dies dem nationalen Interesse zuwiderläuft.
„Nein zum Krieg gegen den Iran“
Krieg ist das schlimmste Übel, das die Politik hervorbringen kann. Er tötet, zerstört und stürzt Familien in Trauer. Er vernichtet Infrastruktur, erzeugt Armut, opfert Unschuldige und schürt neue Gewalt. Er mindert unsere Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, und verdunkelt jede Aussicht auf Entwicklung, Demokratie und Gerechtigkeit für den Iran.
Netanjahu und die Falken in Washington zielen mit kriegerischer Rhetorik, Sanktionen und Drohungen ausdrücklich darauf ab, unser Land zu destabilisieren und zu schwächen. Die Tragödien vom Januar 2026 – so schmerzhaft sie auch sind – können keinen Krieg rechtfertigen, kein weiteres Leid für unsere Landsleute und keine Zerstörung unseres Landes.
Wir, Iranerinnen und Iraner unterschiedlicher politischer Überzeugungen, lehnen jede Aggression gegen unser Land entschieden ab. Wir sind überzeugt, dass die Lösung – so schwer sie auch zu erreichen sein mag – im Iran selbst liegt: in konstruktiver Veränderung, in der Erneuerung der Gesellschaft, in einem Wandel von unten nach oben. Das ist der Weg nach vorn. Nicht der Krieg.
Deshalb rufen wir dazu auf, eine starke und einhellige Stimme gegen jede Logik der Kriegstreiberei zu erheben. Im Angesicht jeglicher Aggression werden wir an der Seite unseres Landes stehen. Und wir laden alle unsere Mitbürger:innen – insbesondere jene mit Stimme, Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit – ein, sich diesem Widerstand mit noch größerer Entschlossenheit anzuschließen.
Unterzeichnet von 353 Politiker:innen, Intellektuellen sowie zivilgesellschaftlichen Aktivist:innen aus dem Iran, die ein breites Spektrum politischer Ansichten repräsentieren.
Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!